Geschichte Bayerns
Historische Ortsnamen – Regierungsbezirk Oberpfalz

Sankt Gilla

Andrea Weber (AW) Wolfgang Janka (WJ) 

Einöde (E)

Bezirk Oberpfalz, Lkr. Regensburg, Gde. Mintraching

Suche im Repositorium

Ortsdatenbank Bayern (Bavarikon)

Historische Schreibformen

1274
in augea sancti Egidii prope Semchoven
in der Au des hl. Egidius bei Sengkofen
1303(Kopie [Ende 14. Jh.])
ze sand Gylgen in der Awe ... von sand Gylgen
[1305](Kopie 1314)
daz sand Giling in der Awe bi Taim(aring)
1305
dacz sant Egidin in der Awe bi Taimaring
1314
datz sand Giligen in der Awe
[um 1351](Kopie [um 1356–1358])
de sancto Egidio
1353
datz sand Gilgen in der Awͦe bei Semchofen
1363
De sancto Egydio
1409
De curia sancti Egidii in der Aw
1526
sancti Egidii im Moss
[um 1600]
Im Moß capella S. Egidii
1797
St. Gilla

Namenerklärung

Sankt 2·Gilla 1
1. Benennungswort
lat. Personenname (Heiligenname) Ägidius 1
2. Zusatz
mhd. Adjektiv sancte ›heilig (vor Heiligennamen)‹2
Namenbedeutung
›(Siedlung bei der) Kirche mit Ägidius-Patrozinium‹
3
Kommentar In der Überlieferung des Ortsnamens erscheint der enthaltene Heiligenname in verschiedenen Kasus. Die heutige Namenform entspricht der bairischen Variante Gilg zuÄgidius4 im Dativ auf-en (erster Beleg: 1303 sand Gylgen), wobei das inlautende g assimilatorisch geschwunden ist und die Flexionsendung-en im Dialekt zu [ɐ] (geschrieben a) vokalisiert wurde.
Für Rückmeldungen und weitere Hinweise erreichen Sie uns unter der Adresse: ed.wdab.glbk@nemanstro