Geschichte Bayerns
Historische Ortsnamen – Regierungsbezirk Oberpfalz

Pfreimd

Andrea Weber (AW) Wolfgang Janka (WJ) 

Stadt (St)

Bezirk Oberpfalz, Lkr. Schwandorf, Stadt Pfreimd

Suche im Repositorium

Ortsdatenbank Bayern (Bavarikon)

Historische Schreibformen

[1022/1023](Kopie [1. Hälfte 11. Jh.])
Frimida
[1021–1031](Kopie [2. Drittel 11. Jh.]; Kopie [1088–oder früher 1091])
locus nomine Phrima
der Ort namens Ph.
[1024–1031](Kopie [1. Hälfte 11. Jh.])
ad Frima
[um 1135](Kopie [um 1170])
Megenhardus de Phrime
1156
Megenhardus de Phrimede
[um 1225]
Vͦlr(ico) de Pfrimde
[1311 oder später]
castrum Pfreimd ... ipso fluuio Pfreimd circumdante castrum
die Burg Pfreimd ... wobei der Fluss Pfreimd die Burg umgibt
1820
Pfreimd, Stadt
1820
Pfreimd, Stadt
Kommentar
In den Tr. Freising werden die Belege von [1022/1023] (Kop. 1. Hälfte 11. Jh.) und [1024‒1031] (Kop. 1. Hälfte 11. Jh.) irrtümlich zu Freimann (Stadt München) gestellt. Es ist allerdings wohl nicht ganz auszuschließen, dass diese Nennungen und auch jene aus den Tr. Weihenstephan Oberpfreimd betreffen1.

Mundartformen

 Weitere Informationen zur Lautschrift

Namenerklärung

Pfreim 1·d 2
1. Basis
germ. Gewässername *Frīma
Simplex
1. Benennungswort
germ. Adjektiv *frīma ›Vergnügen bereitend, geliebt‹1
vgl. idg. Wurzel *prei̯H- 2
2. Suffix
germ. Suffix *-iþō (Konkreta und Abstrakta bildend)3
> ahd. Suffix -ida
Namenbedeutung
›Ort an der Frīma (= an der Pfreimd)/angenehmer Ort‹
4
Kommentar Ältere Erklärungsversuche erweisen sich als problematisch. So scheitert Schwarz’5 Ansatz einer Grundlage»idg. *Prīmuda« ›Nebenbach‹ (Bildung mit dem Präfix *prī- ›bei, an, um‹ und »FEHLERHAFTES ELEMENT«) unter anderem an den vorliegenden Belegen ohne Dentalsuffix und an der Tatsache, dass sich idg. /-d-/ (über germ. /-t-/) zu ahd. /-ʒʒ-/ gewandelt hätte, bzw. ‒ sollte der Name erst nach der germanischen Lautverschiebung ins Germanische übernommen worden sein ‒ zu ahd. /-t-/6. Das Toponym wurde möglicherweise ursprünglich nicht als Siedlungsname, sondern als Stellenbezeichnung gebildet (die Siedlung muss also nicht in germanische Zeit zurückreichen). Der Ortsname (mit Dentalsuffix) wurde sekundär auf den Fluss übertragen. Umgekehrt wurde mitunter auch der Gewässername (ohne Dentalsuffix) als Siedlungsname verwendet (z. B. [1021‒1031] (Kopie 2. Drittel 11. Jh, Kopie [1088‒1091] oder früher) locus nomine Phrima)7.
Für Rückmeldungen und weitere Hinweise erreichen Sie uns unter der Adresse: ed.wdab.glbk@nemanstro