Geschichte Bayerns
Historische Ortsnamen – Regierungsbezirk Oberpfalz

Dalking

Wolfgang Janka (WJ) Andrea Weber (AW) 

Pfarrdorf (Pfd)

Bezirk Oberpfalz, Lkr. Cham, Gde. Weiding

Suche im Repositorium

Ortsdatenbank Bayern (Bavarikon)

Historische Schreibformen

[1176–1183]
Wolfram et Hartman de Talkingen
[1178–1185]
Hartamnus et frater eius Rudgerus de Tælching
Anm.:  in der Edition als Tælehing verlesen
[1301–1307]
ze Tælking
1339
Taͤlking et Reysach
1474
von Dalking
1526
Talking
1562
Hofmarch Delcking ... von Delckhing
[um 1600]
Delking
1665
zu Dälckhing
1819
Dalking, Pfarrdorf
Kommentar
Aus lautlichen Gründen kann der Beleg [Mitte 12. Jh.] (Kop. um 1170) in Tahelingen1 nicht mit Baumann2 hierher gestellt werden, sofern er nicht verschrieben ist.

Mundartformen

[dąeken]
 Weitere Informationen zur Lautschrift

Namenerklärung

Dalk 1·ing 2
1. Basis
wohl slaw. Personenname (Kosename) *Dal-kъ
vgl. alttschech. Personenname (Kosename) Dálek 1
(Dalьkъ oder Dalъkъ; nach Übernahme ins Deutsche: *Dāl-cho (o. ä.))
— oder —
möglicherweise bair.-ahd. Personenname (Kosename) *Talaccho
vgl. ahd. Personenname (Vollname) *Talamuot 2 (belegt ist die Namenform Talamot)
— oder —
bair.-ahd. Personenname (Kosename) Embriccho 3
2. Suffix
ahd. Suffix -ing- (Zugehörigkeit)4 im Dat. Pl. -ingum, -ingun
Namenbedeutung
wohl
›bei den Leuten des Dāl-cho (ins Deutsche übernommener slawischer Personenname)‹
5
— oder —
möglicherweise
›bei den Leuten des Talaccho‹
6
Kommentar Die Existenz der tschechischen Vergleichsnamen Dálčice und Dalkovice7 stützt die Erklärung von Dalk- aus dem Slawischen, womit es sich wohl um einen der im Raum Cham/Roding zahlreichen slawisch-deutschen Mischnamen auf-ing- handelt. Zum Ansatz des bair.-ahd. Personennamens *Talaccho liegen dagegen keine Parallelen vor (vgl. hierzu auch Dallackenried/Lkr. Regensburg).
Für Rückmeldungen und weitere Hinweise erreichen Sie uns unter der Adresse: ed.wdab.glbk@nemanstro